Der Malachit-Stachelleguan (Sceloporus malachiticus)

Malachit-Stachelleguan Portrait im Freiland

Männchen auf seiner Sitzwarte

Beschreibung und Lebensraum

Die Gattung Sceloporus  (Stachelleguane) umfasst kleiner bleibende Arten innerhalb der Leguanfamilie. Ihr Name leitet sich von den mehr oder weniger gekielten und sich überlappenden Schuppen an ihrer Körperoberseite her, die ihnen das stachelige Aussehen verleihen. Besonders deutlich ausgeprägt ist es bei den auch in der Färbung sehr attraktiven Malachit-Stachelleguanen. Sie sind in großen Teilen Mittelamerikas beheimatet und bewohnen dort Gebirgsregionen. Wir (Joachim Unverfärth und der Autor) konnten die Tiere im Savegre-Tal in Costa Rica in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Sie leben dort u. a. in Biotopen mit niedrigem bis mittelhohem teils dichterem Bewuchs, die durch Totholz ausreichend strukturiert sind. Dieses bietet besonders den  Männchen Sitzwarten, um ihr Revier zu überblicken (s. Foto oben). Man findet die Tiere aber auch an Bäumen und Steinhalden z. B. im Hotelgelände. Tags haben wir kaum Temperaturen über 25° C gemessen, am frühen Morgen nur 11° C. Es ist ein Nebelwaldgebiet, mehrmals am Tag ziehen Nebelschwaden auf, so dass eine recht hohe Luftfeuchtigkeit besteht. Das sollte man bei der Haltung im Terrarium beachten!

Malachit-Stachelleguan, Biotop

Biotop im Savegre-Tal, Costa Rica

Malachit-Stachelleguan im Biotop

Weibchen im Biotop

Die Männchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 20 cm, wobei gut die Hälfte auf den Schwanz entfällt; die Weibchen bleiben etwas kleiner. Männliche Tiere sind an der Oberseite wunderbar metallisch-grün gefärbt. Die Kehle ist zum Teil leuchtend blau (kann auch zusätzliche orange getönt sein), ebenso finden sich beidseits längs an der Bauchpartie verlaufende blaue Flecken. Auch der Schwanz kann blau gefärbt sein. Die Weibchen sind eher bräunlich gefärbt, teils mit dunklerem Muster, können  jedoch auch einen grünen Schimmer aufweisen.

Terrarienhaltung

Vor Jahren erwarb ich im Tierhandel drei Tiere. Zunächst schien es sich um ein Männchen und zwei Weibchen zu handeln. Nach gut einem Jahr „verwandelte“ sich das zweite Weibchen jedoch in ein Männchen. Erstaunlicherweise vertragen sich die Tiere sehr gut. Sie bewohnen ein Terrarium der Größe 100x40x50 cm (L/B/H). Der Bodengrund besteht aus einem Erde-Sand-Gemisch. Die aus Styropur und Fliesenkleber als Felsen gestaltete Rück- und eine Seitenwand werden als Klettermöglichkeiten gern von den Tieren angenommen. Stärkere Aststücke und eine längere Korkröhre sorgen für ausreichend Struktur. Die Bepflanzung erfolgte mit Efeutute (Epipremnum aureum). Beleuchtet wird das Terrarium mit zwei 18-W-Leuchtstoffröhren, eine davon mit UV-Anteil. Ein kleiner Spot-Strahler dient als Sonnenplatz. Eine Beregnungsanlage sorgt für die notwendige Luftfeuchte. Gefüttert werden die Leguane mit Grillen, Spinnen, Fliegen und gelegentlich mit Bienenmaden. Die Futtertiere werden grundsätzlich vorher mit Vitaminpulver (Korvimin) bestäubt.

Malachit-Stachelleguan, Paar im Terrarium

Pärchen im Terrarium

Vermehrung

Malachit-Stachelleguane sind  lebendgebärend, sicher als Anpassung an ihren Lebensraum (niedrige Temperaturen!). Ein Weibchen kann nach 6-9monatiger Tragzeit bis zu 10 Junge zur Welt bringen. Beim ersten Wurf in meinem Terrarium wurden 3 Jungtiere geboren, beim zweiten waren es 7. Den Jungtieren wird vonseiten der Eltern kaum nachgestellt. Es empfiehlt sich jedoch zur besseren Kontrolle eine getrennte Aufzucht. Gefüttert werden Grillen und andere Insekten entsprechender Größe. Für eine erfolgreiche Aufzucht ist unbedingt für ausreichende Vitamingabe zur sorgen!

Malachit-Stachelleguan, Jungtier

Frischgeborenes Jungtier

Malachit-Stachelleguane sind bei artgerechter Haltung dankbare Pfleglinge an denen man viel Freude hat. Diese Art ist auch durchaus Anfängern in der Terraristik zu empfehlen.


Text und Fotos: Dr. Holger Papsdorf

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