Rudolf Zimmermann (1878 – 1943) – Anfänge der Herpetologie in Sachsen

Dieser Artikel entstand im Rahmen des Jugendprogramms Zeitensprünge


Zimmermann war nicht nur Feldherpetologe, sondern beschäftigte sich noch mit vielen anderen naturwissenschaftlichen Themen. Trotzdem gingen von ihm wichtige Impulse im Fachbereich der Reptilienerforschung in Sachsen aus.

Er gilt auch als Pionier der sächsischen Tierfotografie. Seine Aufnahmen sind teilweise auch für heutige Tierfotografen immer noch beeindruckend: Ganz ohne die aktuellen technischen Möglichkeiten, leistungsstarke Teleobjektive oder Fernauslöser einzusetzen, gelangen Rudolf Zimmermann beispielsweise Aufnahmen brütender Vögel im Schilf. Mit der damaligen Technik setzte das eine sehr kurze Aufnahmedistanz voraus, was wiederum einen hohen Aufwand bei der Vorbereitung erforderte. Seine Arbeitsweise bei der vergleichsweise einfacheren Fotografie von Reptilien und Amphibien beschreibt er in seinem Buch Der Deutschen Heimat Kriechtiere und Lurche (1908):

„Wer sich nur einmal mit photographischen Naturaufnahmen befasst hat und auch unsere Kriechtiere und Lurche kennt wird auch die Schwierigkeiten ermessen können, die sich den Aufnahmen der in der Nähe- des Menschen – ich musste mit dem Apparat bis 50 cm und noch näher an die Tiere heran – so unruhigen Geschöpfe oft entgegenstellten. Dazu kam noch, dass ich infolge ungünstiger Lichtverhältnisse oder der zur Erreichung einer grösseren Tiefenschärfe notwendigen stärkeren Abblendung des Objektives nicht immer Momentaufnahmen machen konnte, sondern – wenn auch auf meistens kurze – Zeitaufnahmen (*) angewiesen war. Die schönen dabei erzielten Erfolge verdanke ich in erster Linie der grossen Leistungsfähigkeit einer Hüttigschen Spiegelreflex-Kamera, die mir von der Firma Fabrik photographischer Apparate auf Aktien, vorm. R. Hüttig & Sohn in Dresden, in liebenswürdigster Weise für meine Arbeit zur Verfügung gestellt worden, und die für alle Naturaufnahmen infolge ihrer vielseitigen Vorzüge wie kaum eine zweite geeignet ist.“

(* Mit „Zeitaufnahme“ ist offensichtlich das gemeint, was man heute als „Langzeitbelichtung“ bezeichnet)

Textbeginn „Die Kriechtiere und Lurche unseres sächsischen Vaterlandes“
Aus „Jahrgangshefte“ 1924 Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Nachdem Zimmermann in Rochlitz geboren wurde und zunächst in Leipzig arbeitete, zog er 1913 nach Dresden. Hier gründete er im Jahr 1922 den „Verein sächsischer Ornithologen“ und gab von dieser Zeit an bis 1941 als Schriftleiter dieses Vereins eine Zeitschrift heraus. Häufig war Zimmermann für seine Beobachtungen und Naturfotografien im Gebiet der Lausitz unterwegs, beispielsweise in den Teichgebieten bei Königswartha. Im dort gelegenen Gasthaus „Entenschenke“ war er oft zu Gast. Dort waren auch lange mehrere seiner Fotografien ausgestellt. 2010 begann vor diesem – inzwischen leider geschlossenen – Haus die herpetologische Exkursion der DGHT-Stadtgruppe Dresden.

Vereinsexkursion „Auf den Spuren Rudolf Zimmermanns“ Lausitz 12.06.2010, Entenschenke

Vereinsexkursion
„Auf den Spuren Rudolf Zimmermanns“
Lausitz 12.06.2010, Entenschenke

Fotografien von R. Zimmermann, aufgestellt während der Exkursion

Fotografien von R. Zimmermann, aufgestellt während der Exkursion

In Dresden war Zimmermann auch Mitbegründer des Vereins „Salamander“, der sich selbst als „Zwanglose Vereinigung jüngerer Terrarien- und Aquarienfreunde“ bezeichnete. Außer ihm waren hier auch der bekannte Naturforscher Willy G. Wolterstorff  sowie der Herpetologe Otto Wolter Mitglied.

historische Vereinszeitschrift Salamander

Verein "Salamander" Auszug Mitgliederliste

Auszug Mitgliederliste

Zimmermann gilt auch als Wegbereiter der Erforschung sächsischer Säugetiere, da er 1934 als erster eine bibliographische Bearbeitung der Säugetiere Sachsens publizierte.

Bücher (Auswahl:

Publikationen (Auswahl):

Biografie Rudolf Zimmermann

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